RFID für die Asset-Erfassung: So funktioniert die Technik

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RFID für die Asset-Erfassung: So funktioniert die Technik

Key Takeaways

  • Ohne systematisches Tracking gehen jährlich 12–18 % des Werkzeugbestands im Mittelstand verloren (Nexess Solutions, 2024).
  • RFID überträgt Daten kontaktlos per Funkwelle, passive Tags benötigen dafür keine eigene Stromquelle.
  • Im Unterschied zum Barcode lassen sich mit RFID mehrere Tags gleichzeitig erfassen, ohne dass Sichtkontakt nötig ist.
  • Systematisches Asset-Tracking senkt ungeplante Stillstände durch fehlende Verfügbarkeit um bis zu 30 % (Machine Tracking ROI Study, 2024).

Was ist RFID?

RFID steht für Radio Frequency Identification und bezeichnet ein Verfahren, bei dem ein Transponder Daten per Funkwelle an ein Lesegerät sendet, ohne dass ein direkter Sichtkontakt nötig ist. Ein RFID-System besteht aus zwei Komponenten: dem RFID-Tag, der die Kennung eines Objekts trägt, und dem RFID-Reader, der diese Daten ausliest und an ein zentrales System weitergibt. Anders als beim Barcode muss das Etikett dabei weder sichtbar noch einzeln vor die Kamera gehalten werden.

Wie funktioniert RFID?

Ein RFID-Chip nutzt eine kleine Metallantenne, häufig bei einer Frequenz von 13,56 MHz im HF-Bereich, um Daten kontaktlos zu übertragen. Man unterscheidet zwischen aktiven und passiven Tags: Aktive Tags besitzen eine eigene Stromquelle und erreichen dadurch größere Reichweiten, passive Tags beziehen ihre Energie aus dem elektromagnetischen Feld des Lesegeräts und kommen ohne eigene Batterie aus. Für die mobile Asset-Erfassung im Mittelstand reichen passive Tags in der Regel aus.

RFID-Signale durchdringen zudem verschiedene Materialien wie Kunststoff, Holz oder Textilien, wodurch auch verschmutzte oder ungünstig platzierte Tags meist zuverlässig auslesbar bleiben.

Was ist der Unterschied zwischen aktiven und passiven RFID-Tags?

Aktive RFID-Tags besitzen eine eigene Stromquelle und erreichen dadurch größere Reichweiten, passive Tags beziehen ihre Energie aus dem Feld des Lesegeräts und benötigen keine eigene Batterie. Für die mobile Asset-Erfassung im Mittelstand setzt seventhings in der Regel auf passive RFID-Tags.

Wo begegnet Ihnen RFID im Alltag?

RFID ist deutlich verbreiteter, als es auf den ersten Blick scheint. Die klassischste Form sind Transponder-Armbänder, wie sie bereits in den frühen 2000er-Jahren bei Schwimmbädern im Einsatz waren. Heute begegnet Ihnen die Technologie unter anderem beim:

  • kontaktlosen Bezahlen mit EC- oder Kreditkarte
  • Öffnen, Starten und Verschließen moderner Fahrzeuge ohne Schlüssel im Zündschloss
  • Zeitmessung bei größeren Sportveranstaltungen
  • Reise- und Personalausweisen in Deutschland und der Schweiz
  • der Kennzeichnung von Nutztieren über Halsbänder, Ohrmarken oder Implantate

Die zugrunde liegenden Systeme sind teils Jahrzehnte alt, haben aber durch die Verkleinerung der Chips in den vergangenen 20 Jahren einen deutlichen Schub bei den Einsatzmöglichkeiten erhalten.

Welchen Vorteil bietet RFID gegenüber Barcode-Etiketten bei der Asset-Erfassung?

Der zentrale Unterschied liegt im sogenannten Bulk-Scan: Während ein Barcode einzeln und mit Sichtkontakt gescannt werden muss, lassen sich mit RFID mehrere Tags gleichzeitig erfassen. Bei einer vollständigen Bestandsaufnahme über mehrere Räume hinweg spart das spürbar Zeit gegenüber der Einzelerfassung, bringt aber höhere Anschaffungskosten pro Etikett mit sich. Welche Methode sich lohnt, hängt entsprechend von Asset-Anzahl und Erfassungsfrequenz ab, nicht von der Technologie allein.

Leseempfehlung: Welche Barcode-Standards es daneben gibt und wann sich ein QR-Code eignet: 8 Arten von Barcodes für die Inventarisierung im Überblick

Für welche Assets lohnt sich RFID im Mittelstand?

RFID lohnt sich besonders dort, wo größere Asset-Mengen wiederkehrend in kurzer Zeit erfasst werden müssen, etwa bei der Werkzeugausgabe über mehrere Standorte hinweg oder bei der jährlichen Möbel- und Konferenztechnik-Inventur. Ohne systematisches Tracking gehen dabei jährlich 12–18 % des Werkzeugbestands verloren (Nexess Solutions, 2024), meist durch fehlende Rückgabe oder unklare Standortzuordnung.

Aus Gesprächen mit Instandhaltungsleitern im Mittelstand zeigt sich dabei ein wiederkehrendes Muster: Betriebe, die RFID gezielt für hochfrequent bewegtes Equipment einsetzen und für seltener bewegte Assets bei einfacheren Etiketten bleiben, kommen wirtschaftlicher weg als Unternehmen, die von Beginn an flächendeckend auf RFID setzen.

Wie viel Werkzeug geht ohne systematisches Tracking jährlich verloren?

Ohne Tracking gehen im Mittelstand jährlich 12–18 % des Werkzeugbestands verloren, meist durch fehlende Rückgabe oder unklare Standortzuordnung (Nexess Solutions, 2024). RFID macht jede Standortänderung automatisch nachvollziehbar. seventhings bildet diese Historie für erfasste Assets durchgängig ab.

Wie wirkt sich systematisches Asset-Tracking auf ungeplante Stillstände aus?

Fehlt ein benötigtes Werkzeug oder Prüfmittel im entscheidenden Moment, entsteht ein ungeplanter Stillstand, dessen Kosten sich EU-weit auf über 80 Mrd. € jährlich summieren (IDS, 2025). Systematisches Tracking, etwa per RFID, senkt solche Stillstände durch fehlende Verfügbarkeit um bis zu 30 % (Machine Tracking ROI Study, 2024). Der Effekt entsteht dabei nicht durch die Etiketten-Technologie allein, sondern durch die Kombination aus lückenloser Erfassung und zentraler Datenpflege.

Zählt ein RFID-Tag als IoT-Sensorik?

Nein. Ein passiver RFID-Tag sendet nur seine Kennung, wenn er aktiv von einem Lesegerät abgefragt wird, er verfügt über keine eigene Stromversorgung und keine dauerhafte Netzwerkverbindung. Damit fällt RFID-Kennzeichnung unter die klassische Asset-Erfassung ohne IoT-Sensorik, für die seventhings entwickelt wurde.

Was jetzt?

  1. Asset-Bewegungsfrequenz prüfen. Identifizieren Sie, welches Equipment häufig den Standort wechselt und sich für Bulk-Scanning per RFID eignet.
  2. Bestehende Kennzeichnung auditieren. Klären Sie, ob aktuell verwendete Etiketten überhaupt konsistent gepflegt werden.
  3. Asset-Potenzial-Analyse anfordern. Eine kostenlose Analyse zeigt, wie viel Werkzeugverlust sich durch systematisches Tracking in Ihrem Unternehmen vermeiden lässt.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein RFID-Tag im Vergleich zu einem Barcode-Etikett?

RFID-Tags sind in der Anschaffung teurer als Barcode-Etiketten, da sie einen Chip und eine Antenne enthalten. Bei hoher Erfassungsfrequenz und großen Stückzahlen rechnet sich der Mehrpreis häufig durch den Zeitgewinn beim Bulk-Scan.

Wie groß ist die Reichweite eines RFID-Tags?

Passive Tags erreichen je nach Frequenzbereich üblicherweise wenige Meter, aktive Tags mit eigener Stromquelle deutlich mehr. Für die mobile Asset-Erfassung im Mittelstand reicht die Reichweite passiver Tags in der Regel aus.

Kann RFID parallel zu bestehenden Barcode-Etiketten eingesetzt werden?

Ja, viele Unternehmen kombinieren beide Methoden: Barcode oder QR-Code für einzelne, seltener bewegte Assets, RFID für Bestände mit hoher Erfassungsfrequenz oder Bulk-Scan-Bedarf.

Benötigt seventhings eine bestimmte RFID-Frequenz?

seventhings ist nicht an eine feste Frequenz gebunden. Welche RFID-Variante sinnvoll ist, hängt von Asset-Typ und Erfassungsfrequenz ab und wird im Rahmen der Erstberatung geklärt.

Henry Agsten
Product Owner, seventhings
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